Asus Zenfone 9 im Test: Klein aber oho?


Viel hilft viel: Insbesondere die chinesischen Smartphone-Hersteller arbeiten nach diesem Motto und bringen am laufenden Band neue Modelle an den Start. Samsung und Apple lassen es zwar ruhiger angehen, allerdings sitzen sie auch nahezu unangefochten auf den Spitzenpositionen. Asus kümmern die Kämpfe um die vorderen Plätze herzlich wenig: Das Unternehmen setzt mit der ROG-Phone-Serie auf Gaming-Smartphones – die Zenfone-Serie bietet Top-Modelle. Letztere erhält jetzt Verstärkung: Mit dem Zenfone 9 kommt ein Oberklasse-Gerät, das für Überraschungen sorgt. COMPUTER BILD hat das Smartphone getestet.

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Asus Zenfone 9: Kompakt und farbenfroh

Die meisten Top-Smartphones fangen bei mindestens 6 Zoll Bildschirmdiagonale an und liegen dadurch meist nicht so komfortabel in der Hand wie Spitzenmodelle vor einigen Jahren. Dieses Konzept bricht Asus auf: Das Zenfone 9 wächst im Vergleich zum Vorgänger Zenfone 8 nicht und bleibt bei den bewährten 5,9 Zoll. Entsprechend handlich ist es, die griffige Rückseite sorgt zusätzlich für Komfort. Das Smartphone ist IP68 zertifiziert und damit wasser- und staubdicht. Eine Besonderheit: Asus stattet das Zenfone 9 mit einer Klinkenbuchse aus – damit gehört es zu den wenigen Top-Smartphones mit diesem Feature. Der Fingerabdruckscanner sitzt im Power-Button auf der rechten Seite des Gerätes und entsperrt schnell. Alternativ lässt sich der Gesichtsscan als Entsperrmethode einrichten.
Display Asus Zenfone 9

Abseits von Fingerabdrücken stört in der Sonne nichts beim Ablesen des Displays des Asus Zenfone 9.

Das AMOLED-Display auf der Vorderseite bietet bis zu 120 Hertz Bildwiederholrate, was insbesondere Mobile Gaming zugutekommt. Im Alltag erschien es im Praxis-Test bei Sonnenlicht hell und kontraststark – die Farbdarstellung gefällt ebenfalls. Trotz der vergleichsweise kleinen Displaygröße sind alle Informationen gut ablesbar und nicht zu klein.

Kamera-Setup des Asus Zenfone 9

Auf der Rückseite setzt Asus auf zwei Linsen: Die Hauptkamera bietet 50 Megapixel (MP) und die Ultraweitwinkellinse ist mit 12 MP ausgestattet. Damit bleibt sich Asus treu: Schon der Vorgänger kam mit lediglich zwei verbauten Kameras auf der Rückseite aus. Vier Linsen – wie es sie häufig bei der Konkurrenz zu sehen gibt – sind dem Hersteller fremd. Die Hauptkamera verfügt über einen 6-Achsen-Hybrid-Gimbal-Stabilisator, der professionell aussehende Action-Aufnahmen ermöglichen soll.

Bei Tageslicht gelingen mit dem Zenfone 9 gute Aufnahmen: Die Bilder wirken farbtreu und der Kontrast ist gut. Im Hintergrund sind die Blätter an Bäumen allerdings nicht komplett scharf. Beim Einsatz vom Zoom leidet die Schärfe weiter: Details verschwimmen schon bei vierfacher Vergrößerung in einem Brei und damit präsentiert das Zenfone 9 keine guten Ergebnisse mehr. Deutlich überzeugender sind die Bilder der Ultraweitwinkellinse: Die machen im Praxis-Test einen guten Eindruck – mit guter Farbdarstellung und einem schönen Kontrast. Hier zeigt sich allerdings auch ein leichtes Verwaschen bei feinen Details in der Ferne.

Tageslicht Asus Zenfone 9

Bei Tageslicht sind die Bilder weitestgehend knackig – lediglich feine Details im Hintergrund verlieren an Schärfe.

Zoomaufnahme Asus zenfone 9

Beim Zoom glänzt das Asus Zenfone 9 nicht: Die Details verschwimmen in einem Brei.

Die Frontkamera auf der Vorderseite hat 12 MP und bietet einen Autofokus – das ist durchaus eine Seltenheit. Damit gelingen gute Aufnahmen bei Tageslicht: Die Personen im Vordergrund stechen scharf hervor und sind nicht durch Beauty-Effekte verfälscht. Eine Art natürlicher Bokeh-Effekt verstärkt diesen Eindruck zusätzlich. Der Porträtmodus schafft in den meisten Fällen die Abgrenzung zwischen Vorder- und Hintergrund – lediglich bei einzelnen Haaren arbeitet die künstliche Intelligenz teilweise nicht so genau. Es ist ein deutlicher Unterschied zwischen normalen Aufnahmen mit der Selfie-Kamera und denen des Porträtmodus zu erkennen – letzterer lässt den Hintergrund deutlich mehr verschwimmen.

Porträtmodus Asus Zenfone 9

Gelegentlich hat der Porträtmodus Probleme mit Haaren – sie verschwimmen mit dem Hintergrund.

Der versprochene Gimbal-Effekt zur Videoaufnahme ließ sich im ersten Test der Videokamera erkennen: Beim Herabsteigen einer Treppe verwackelte das Bild kaum – die Bewegungen wirkten sehr flüssig. Es ist also gut vorstellbar, dass sich das Asus Zenfone 9 in Action-Settings behauptet. Für die Produktion eines Blockbusters reicht dann jedoch die Qualität der Kamera nicht aus.

Da wartet Leistung im Zenfone 9

Beim Prozessor des Zenfone 9 setzt Asus auf den frischen Qualcomm Snapdragon 8+ Gen 1, der unter anderem im ROG Phone 6 (Pro) des Unternehmens zum Einsatz kommt. Wahlweise 8 oder 16 Gigabyte (GB) Arbeitsspeicher (RAM) unterstützen das Power-Paket. Die größere Version glänzte in den Benchmarks: Die Tests von 3DMark Slingshot (Extreme und Wild Life) verweigerten allesamt eine Einschätzung, weil das Gerät zu leistungsstark sei. Die anderen Benchmarks zeigten die Leistung in Form von sehr guten Ergebnissen. Im Alltag läuft das Smartphone flüssig und ohne Ruckler. Mobile Gaming macht ebenfalls Spaß: Zwar warnt beispielsweise “Genshin Impact” vor einer Übertaktung auf sehr hohen Grafikeinstellungen – im Test ließen sich allerdings keine Ruckler oder Bildrateneinbrüche (Framedrops) erkennen.

Das Asus Zenfone 9 ist mit weiterer aktueller Technik versehen: 5G, Wifi 6e, NFC und Bluetooth 5.2 sind dabei. Der interne Speicher ist wahlweise 128 oder 256 GB groß. Ab Werk läuft auf dem Smartphone eine optimierte Version von Android 12 – ZenUI 9. Nach Aussagen von Asus ist es insbesondere für die einhändige Nutzung optimiert. Angaben zu künftigen Software- oder Sicherheits-Updates macht das Unternehmen nicht.

Genug Akku für alle Spielereien?

Der Akku des Asus Zenfone 9 fasst 4.300 Milliamperestunden. Damit ist er – vermutlich auch der Größe des Smartphones geschuldet – vergleichsweise klein. Damit dürfte die Laufzeit am Ende nicht allzu lang ausfallen. Für den Ladeprozess legt Asus einen Netzstecker mit 30 Watt und einer Schnellladefunktion bei.

Asus Zenfone 9: Farben, Preise, Verfügbarkeit

Das Asus Zenfone 9 ist farbenfroh: Kundinnen und Kunden haben die Wahl zwischen Moonlight White (Weiß), Sunset Red (Rot), Starry Blue (Blau) und Midnight Black (Schwarz). Die günstigste Version mit 8 GB RAM und 128 GB internem Speicher startet bei 799 Euro – diese Variante gibt es in allen genannten Farben. Lediglich in Weiß und Schwarz erscheint die Version mit 8 GB RAM und 256 GB internem Speicher für 849 Euro. Für 899 Euro gibt es das Asus Zenfone 9 in Schwarz mit 16 GB RAM und 256 GB internem Speicher.

Asus Zenfone 9

Das Asus Zenfone 9 kommt mit einer rauen Rückseite – Fingerabdrücke haben da keine Chance.

Asus Zenfone 9: Fazit des Tests

Das Asus Zenfone 9 ist ein kompaktes und handliches Top-Smartphone. Das Gerät überzeugt mit einem hellen Display, was selbst bei Sonnenlicht genug Strahlkraft besitzt. Dazu liegt es selbst in kleinen Händen sehr gut und schmeichelt mit der rauen Rückseite der Hand. Die Kamera liefert solide Aufnahmen, allerdings hat sie mit Details in der Ferne und der Darstellung bei der Nutzung des Zooms einige Probleme. Bei der Leistung liegt das Handy im obersten Segment und das macht im Alltag und bei Mobile Gaming Freude. Fraglich bleibt, ob der Akku der Power gewachsen ist. Unterm Strich liefert Asus mit dem Zenfone 9 ein handliches und solides Top-Smartphone.

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