Malwarebytes Anti-Malware: Anleitung zur Virus-Entfernung


Bei einem Virenfund schrillen die Alarmglocken: Meldet Ihr Antiviren-Programm (AV) Schadcode, sorgt das nicht selten für einen Schrecken. Das Schrillen ist außerdem wörtlich zu verstehen, denn manche AVs melden Infektionen zusätzlich zu einer Pop-up-Einblendung mit einem Alarmton. Nun arbeitet nicht jeder Echtzeit-Virenscanner perfekt. Hat der bei Ihnen installierte eine Datei zu Recht als gefährlich bemängelt oder handelt es sich um einen Fehlalarm (False Positive)? Durch die Installation eines zweiten Antiviren-Programms finden Sie das heraus.

Eine identische Meinung so einer weiteren Anwendung zur Schadcode-Befallenheit oder -Freiheit eines Files ist ein Indiz für den Status “verseucht oder nicht”. Auch finden Sie mit einem Zusatz-Tool per Komplett-Scan heraus, ob Malware auf dem PC wütet, die der Haupt-Virenscanner bislang übersehen hat. Sofern welche existiert, sollten Sie sie schnellstmöglich löschen oder in Quarantäne verbannen, da sie bislang ungehindert ihr Werk treiben konnte und das in Zukunft fortsetzen würde.

Das Problem ist, dass mehrere gleichzeitig aktive Antiviren-Anwendungen für Probleme sorgen: Womöglich erkennen sich die Produkte gegenseitig als schädlich, zumindest bremsen multipel aktive Wächter (Live-Scanner; OAS, On-Access-Scanner) den PC. Ferner verzögert sich die Arbeit vor allem bei einem älteren Rechner, da Dateivorgänge zunächst zwei Schutzwälle zu passieren haben, ehe sie zum Abschluss kommen. Kurzum: Von mehreren vollwertigen Antivirus-Produkten gleichzeitig ist abzuraten.

Bei Malwarebytes gilt eine Ausnahme: Die Anwendung lässt sich gut neben einem schon installierten PC-Schutzprogramm (Antivirus oder Security-Suite) betreiben. Zwar bringt Malwarebytes mehrere Wächtermodule mit, die potenziell nicht im Einklang mit dem Echtzeit-Scanner-Teil Ihres schon aufgespielten Antivirus stehen. Erfahrungsgemäß sind die Malwarebytes-Bodyguards (abgesehen vielleicht vom zweiten) aber unproblematisch; sie sind eine Premium-Funktion und ihre Benutzung ist für 14 Tage ausgelegt.

Laut Setup-Slideshow-Promotion findet Malwarebytes Schadsoftware auf 40 Prozent der geprüften Geräte, auf denen bereits ein Antiviren-Programm installiert ist.

Zu Recht hat Malwarebytes in Foren und in Expertenkreisen den Ruf, eine gute Entwurmungskur zu sein: Es schadet nicht, die Applikation zum Beispiel in einem Turnus alle paar Wochen auf Ihren Rechner schauen zu lassen. Fördert der Scan Gefahren zutage, beseitigen Sie sie. Das gelingt auch dann, wenn Ihr Antiviren-Programm den Schadcode bislang nicht erkannte oder am Wegschaffen scheiterte. Wenn Malwarebytes bei Ihnen hingegen keine Viren, Trojaner & Co. entdeckt, dürfen Sie sich wohl auf die Schulter klopfen und konstatieren: “Mein PC ist sauber, ich habe in Sachen vorsichtiges Websurfen alles richtig gemacht”.

Malwarebytes: Anleitung – Einrichtung

Malwarebytes hieß früher Malwarebytes Anti-Malware. Die Anwendung lässt sich offenbar nur im Testversion-Modus bei bereitstehenden Wächter-Modulen installieren. Die Applikation nimmt eher selten an Antiviren-Tests teil. Die Nutzung empfiehlt sich aber, vor allem die Gratis-Version ist ideal, da sie mögliche Infektionen kuriert und Sie nicht zum Wechseln Ihres Haupt-Antivirus zwingt. Malwarebytes ist in etwa das, was früher einer der Antiviren-Ergänzungsprimusse Ad-Aware SE Personal zu Windows-XP-Zeiten war.

So geht es los: Ist Ihr PC offensichtlich nicht stark verseucht, laden Sie Malwarebytes ganz normal herunter und installieren es. Für Härtefälle in Sachen Malware-Befall, bei denen Schadcode den Bezug von Malwarebytes blockt, könnten Sie versuchen, die Anwendung mithilfe des Downloader-Tools Malwarebytes Chameleon einzuspielen.

Beachten Sie, dass hierbei eine veraltete Malwarebytes-Version (die noch “Malwarebytes Anti-Malware” heißt) auf den Rechner gelangt; es handelt sich um Version 2 und sie ist nicht Signaturen-Update-fähig. Zeitgemäßer ist es bei Schwierigkeiten, das aktuelle Malwarebytes anzuschaffen, wenn Sie ein anderes Update-gepflegtes Anti-Malware-Tool verwenden.

Nach dem Start von Malwarebytes in der aktuellen Version 4 sehen die drei Kachel-Bereiche “Erkennungsverlauf”, “Scanner” und “Echtzeit-Schutz”. Letzterer umfasst einen “Internetschutz”, “Schutz vor Schadsoftware”, “Schutz vor Ransomware” und einen “Exploit-Schutz”. Die Verteidigungswälle lassen sich durch Toggle-Kippschalter-Umlegen einzeln ab- und einschalten. Nach dem Deaktivieren von “Schutz vor Schadsoftware” springt der Windows Defender als Basisschutz ein. Möchten Sie prüfen, ob aktuell der Defender oder Malwarebytes als Virenschutz verantwortlich zeichnet, drücken Sie etwa unter Windows 11 die Windows-Taste und R, geben wscui.cpl zum Aufrufen des mit Windows 7 eingeführten Wartungscenter ein und klicken darin auf “Sicherheit” sowie bei “Virenschutz” auf “In Windows-Sicherheit anzeigen”.

Malwarebytes: Anleitung zum Anti-Schädlings-Tool für Windows

In entsprechenden Windows-Sicherheits-Dialogen kontrollieren Sie, ob Malwarebytes oder eine sonstige Virenabwehr-Applikation wie der Defender aktiv ist.

Steht in der sich öffnenden Einstellungen-App oben “Malwarebytes”, beschützt selbiges Ihren Rechner. In dem Fall offeriert die Einstellungen-App weiter unten den Link “Microsoft Defender Antivirus-Optionen”. Das betreffende Einstellungen-App-Abteil zwecks Echtzeit-Antivirus-Kontrolle führen Sie sich alternativ zu Gemüte, indem Sie im Windows-11-Startmenü “defender” eingeben und auf den Suchfund “Viren- & Bedrohungsschutz” klicken.

Das Wartungscenter beerbt das Windows-Sicherheitscenter, das es seit XP Service Pack 2 und in Windows Vista gibt; es zeigt im Unterschied zu Windows 7 und Windows 8.1 unter Windows 10 mittlerweile sowie unter Windows 11 von Beginn an nicht mehr an, welcher Antivirus zum Einsatz kommt; dem Folgen einer in wscui.cpl vorhandenen Verlinkung in die Einstellungen-App verschafft Ihnen Klarheit.

PC scannen und entseuchen – und auf Rootkit-Jagd gehen

Malwarebytes: Anleitung zum Anti-Schädlings-Tool für Windows

Der Scanner von Malwarebytes stellt Ihnen individuelle Einstellungen zur Verfügung.

Möchten Sie Ihren PC auf digitales Ungeziefer absuchen, klicken Sie im Malwarebytes-Startfenster auf “Scanner”. Für ein paar Einstellmöglichkeiten betätigen Sie “Erweiterte Scanner > Scan konfigurieren”. Auf Wunsch aktivieren Sie jetzt “Nach Rootkits suchen”, um Tarnschädlinge aufzustöbern. Grundlagenwissen zu diesen Übeltätern vermitteln wir im Artikel “Windows: So schützen Sie sich vor Rootkit“.

Hinweis: Bei gesetztem Häkchen für die Rootkit-Recherche genügt es nicht, per weiterem Haken bloß einen Ordner scannen zu lassen. Es ist vielmehr nötig, ein ganzes Laufwerk (C:\) zur Überprüfung angeben.

Malwarebytes: Anleitung zum Anti-Schädlings-Tool für Windows

Das Checken von Registry und RAM auf Malware ist möglich, per Häkchen weiten Sie das Prüfprozedere auf Rootkits aus. Die lassen sich mit herkömmlichen Scannern nur schwer auffinden – sie sind je nach Art (Kernel-Modus-Rootkits) kompliziert zu programmieren und daher selten.

Positiv ist, dass Malwarebytes neben Dateisystem-Elementen (NTFS) die Bereiche RAM (Arbeitsspeicher) und Windows-Registry in den Blick nimmt. So eine gründliche Suche leistet daneben SuperAntiSpyware Free Edition. Aufgespürte Bedrohungen verbannen Sie per Klick in Quarantäne. Zum Abschließen der Rechner-Säuberung empfiehlt sich ein Systemneustart.

Feintuning: Scannen mit künstlicher Intelligenz, Dark Mode und mehr

Klicken Sie oben rechts in Malwarebytes auf das Schraubensymbol, gelangen Sie in die Einstellungen. Auf dem Tab “Allgemein” finden Sie etwa einen Toggle-Schalter für “Beta-Updates”. Es handelt sich um einen Vorabzugang für aktuellste Software und Sicherheitsfunktionen. Das ist nur für mutige Schädlingsjäger eine valide Option, da die Beta-Aktualisierungen Fehler einschleppen können. Die meisten anderen Sicherheitsanwendungen bieten so einen Schalter übrigens nicht. Eine Ausnahme ist Emsisoft Anti-Malware.

Der Malwarebytes-Config-Tab “Sicherheit” hält Interessantes bereit: Hier schauen Sie unter “Scan-Optionen” nach, dass der Toggle-Schalter bei “Zur Erkennung von Bedrohungen künstliche Intelligenz verwenden” umgelegt ist. Im Standard deaktiviert ist hingegen “Algorithmen des Expertenteams zur Identifizierung von bösartigen Dateien verwenden”.

Malwarebytes: Anleitung zum Anti-Schädlings-Tool für Windows

Im Konfigurationsmenü vergewissern Sie sich, dass eine Reihe innovativer Erkennungsmechanismen am Start sind. Eine der Bezeichnungen (unten im Screenshot) ist blumig.

Wer mag, schaltet diese Arbeitsweise durch Regler-Verrücken hinzu. Künstliche Intelligenz lässt sich in Antiviren-Anwendungen nur selten in den Einstellungen finden oder hier gar (de)aktivieren. Beim Antivirus des japanischen Sicherheitsanbieters Trend Micro geht das über Malwarebytes hinaus auch. Letzteres bietet weitere spannende Schalter: bei “Schutz vor Brute-Force-Angriffen” und “Exploit-Schutz”. Im Exploit-Schutz steckt das Know-how, das auch im dediziert zum Download angebotenen Tool “Malwarebytes Anti-Exploit” enthalten ist.

Wechseln Sie auf die Einstell-Registerkarte “Anzeige”, gelingt es, einen Light Mode und einen Dark Mode zu aktivieren. Sogar das Definieren eines “Hintergrunds” für die Programmoberfläche gesteht Ihnen die Anwendung zu; Trend Micro lässt grüßen. Außerdem reizvoll: Beim Scrollen nach ganz unten im Segment “Anzeige” stoßen Sie auf eine aktivierbare “Hardwarebeschleunigung”.

Malwarebytes-Schutz deaktivieren

Möchten Sie die Malwarebytes-Premium-Funktionen – die Wächter – deaktivieren? In der Folge grätscht die Anwendung Ihrem Antivirus ziemlich sicher nicht dazwischen. Hierfür statten Sie dem Tab “Konto” in den Einstellungen einen Besuch ab und wählen unterhalb von “Lizenzschlüssel” “Deaktivieren”. Die Einstellungen verlassen Sie mithilfe des X-Symbols oben rechts (unterhalb der Windows-Titelleiste).

Von Malwarebytes stammt übrigens auch der AdwCleaner, den der Anbieter 2016 übernahm. Das Tool ist im Gegensatz zu Malwarebytes portabel. Die Installationspflicht von Malwarebytes ist dessen einziger wirklicher Nachteil – abgesehen vielleicht von den Hintergrundwächtern, die nicht jeder will, aber die lassen sich ja wie oben gezeigt deaktivieren.

Leave a comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *